K -News vom 25.03.2019

Revolution des Vakuumkaschierens: Die Tailord-BlankTechnologie (TBL) von Kiefel


Die KIEFEL GmbH, Freilassing, ein Pionier der Vakuumkaschiertechnik, begann vor drei Jahren mit der Entwicklung einer völlig neuartigen Vakuumkaschiermethode – das Tailored-Blank-Lamination-Verfahren. Mit dieser Technologie erfüllt Kiefel die hohen Qualitätsanforderungen der OEM´s an die immer mehr dreidimensional ausgeprägten Bauteile. Ein weiterer Pluspunkt: Das neue Verfahren spart Folienkosten in Millionenhöhe, bezogen auf den Fahrzeugproduktionszeitraum.


Das Herzstück des Prozesses: Der TBL-Rahmen mit den Servogreifern

Nunmehr konnte das Unternehmen nicht nur das völlig neue Kaschierverfahren Tailored-Blank-Laminating vorstellen – sondern hat es zudem bereits erfolgreich in einer  hochautomatisierten Kaschiermaschine umgesetzt. Der Blick in das Verfahren zeigt: Ein Stapel von Folienzuschnitten, sogenannte „Tailored Blanks“, wird in einem Magazin zur automatisierten Aufnahme in der Maschine positioniert. Ein Roboter, Bestandteil der eigentlichen Vakuumkaschierstation, holt sich die spritzgegossenenTrägerteile in einer definierten Position, beispielsweise aus einem Paternoster, ab. Einzelne frei im Raum verfahrbare, servomotorisch betriebene Achssysteme positionieren das Dekormaterial spannungs- und auszugsfrei auf dem  Trägerteil. Im Anschluss erfolgt der Kaschierprozess. Im nächsten Schritt legt der Roboter die Bauteile exakt positioniert in die nächste Verarbeitungsmaschine, wie beispielsweise die Kantenumbuganlage, ein.

Ergebnis ist eine komplette Verarbeitungslinie. Aus dem Inputmaterial Trägerteil und Dekorzuschitt am Anfang der Linie entsteht völlig bedienerlos ein fertig kaschiertes und umgebugtes Bauteil. Ein weiterer Aspekt der neue TBL-Vakuumkaschieranlagentechnik, der die  Stückkosten der Interieurbauteile signifikant reduziert.


CAD-Daten machen exakte Servogreifer-Verfahrbahnkurve möglich

Damit das neue Verfahren die erforderliche hohe Kaschierqualität liefert, muss jeder einzelne Servogreifer ganz genau die ihm  zugedachte gewünschte und programmierte Bahnkurve abfahren, um die Folie völlig auszugs- und stauchungsfrei an das Bauteil zu führen. Das ist die technologische Grundlage für den auszugfreien Kaschierprozesses und maßgebend für die hohe Produktqualität.

Basierend auf den CAD-Daten der Trägerbauteile nutzen die Kiefel-Entwickler die Abwicklung der Bauteiloberfläche als Basis für die spätere Verfahrbahnkurve des Servogreifers. Auf Basis dieser Daten wird die Verfahrbahnkurve
automatisch errechnet und im Programm des jeweiligen Greifers abgelegt.

Um den Startpunkt der Bahnkurve zu definieren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen lässt sich jeder Servogreifer mit Hilfe eines mobilen Endgeräts wie einem Tablet oder Smartphone einstellen. Der Inbetriebnahmetechniker kann so direkt am  Servogreifer die einzelnen Achsen individuell einstellen und speichern. Darüber hinaus ist es möglich, die Servogreifer im Modus „Stromlosschaltung“ per Hand zu verstellen und die gewünschte Position abzuspeichern.


Hohe Bauteilqualität bei hohen Designansprüchen

Die TBL-Technologie von Kiefel macht Vakuumkaschierbauteile höchster Qualität mit minimalem Folienverbrauch möglich. Folienauszugsgrade unter 10% über die komplette Bauteiloberfläche bei gleichbleibendem Softouch sind Realität. Die bei den Designern der Automobilindustrie so beliebten engen Radien und scharfen Kanten lassen sich problemlos darstellen. Durch das exakte Ablegen der Folie mittels TBL-Technik ist sogar ein Radius von 1mm am Spritzgussträgerteil möglich – und das noch mit spürbarem Softtouch der Schaumfolie.


Auf einen Blick: Kundennutzen der TBL-Technologie

• Optimale Produktqualität, Folienauszugsgrade max. 10%
• Reduktion der Bauteilkosten durch geringeren Folienverbrauch von bis zu 40%
• Hoher Automatisierungsgrad, mannloser Betrieb
• Bedienung der Servogreifer mit mobilem Endgerät
• Automatisierung von Folgeprozessen wie z. B. Umbug integriert
• Einfache Inbetriebnahme und Programmoptimierung
• Hohe Designfreiheit, enge Radien und scharfe Bauteilkanten möglich





Berechnung der Bahnkurve des Servogreifers aus dem CAD des Bauteils - Bild: Kiefel



Mit Hilfe eines Tabletts können direkt am Servogreifer die einzelnen Achsen individuell eingestellt und gespeichert werden. - Bild: Kiefel



Der TBL-Rahmen mit den einzelnen Servogreifern. - Bild: Kiefel



Hintergrund:
Die KIEFEL GmbH entwickelt und produziert hochwertige Maschinen für die Verarbeitung von Kunststofffolien. Zu seinen Kunden zählen namhafte Hersteller aus der Automobil-, Medizintechnik-, Kühlschrank- und Verpackungsindustrie. Mit eigenen Vertriebs- und Service-Niederlassungen in den USA, Frankreich, den Niederlanden, Russland, China, Brasilien, Indonesien und Indien sowie Vertriebspartnern in über 60 Ländern ist Kiefel weltweit vertreten. Zu Kiefel gehören der Automobilspezialist KIEFEL Automotive s.r.o. mit Sitz in Tschechien, der niederländische Thermoform-Werkzeugbauer Kiefel Packaging BV sowie die österreichische KIEFEL Packaging GmbH, Lieferant für Werkzeuge und Automatisierungslösungen. Bei Kiefel und seinen Tochterunternehmen sind rund 1.160 Mitarbeiter beschäftigt. Die KIEFEL GmbH ist Mitglied der Brückner-Gruppe, Siegsdorf, ein im Familienbesitz befindlicher mittelständischer Unternehmensverbund im Maschinen- und Anlagenbau, mit  insgesamt gut 2.600 Mitarbeitern an 29 Standorten weltweit.


Kontakt:
KIEFEL GmbH
Sudetenstraße 3
83395 Freilassing
Deutschland
www.kiefel.com

 




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