K -News vom 25.04.2019

Frei kombinierbar: Neuer Shuttle-Formenträger ergänzt Leichtbau-Technikum von KraussMaffei


  • Neuer MX-Formenträger für LFI- und SCS-Sprüh-Verfahren
  • Entwicklung großflächiger Sichtbauteile mit Class-A-Oberflächen und Sprüh-Anwendungen im Fokus
  • Abdeckung gesamter Prozessketten von der Idee bis zur Serienproduktion


Mit einem neuen Shuttle-Formenträger erweitert KraussMaffei sein Technikum und seine Kompetenz auf dem Gebiet des faserverstärkten Leichtbaus. Der neue MX-Formenträger mit einer Schließkraft von 4.000 kN ist flexibel ausgelegt und lässt sich sowohl mit dem LFI-Verfahren (Long-Fiber-Injection) oder aber mit Sprühanwendungen wie das SCS-Verfahren (Structural Component Spraying) kombinieren. Aber auch Oberflächen-Verfahren wie das R-RIM (Reinforced Reaction Injection Molding) mit Polyurethan sind möglich.
 

Von der Idee zur Serienproduktion

„Der Markt für faserverstärkte Composites entwickelt sich weiterhin sehr dynamisch. Wir begleiten unsere Kunden nachhaltig von der Idee bis zur Serienproduktion. Daher modernisieren und erweitern wir unser Leichtbau-Technikum kontinuierlich und bieten unseren Kunden optimale Voraussetzungen, neue serientaugliche Verfahren und Anwendungen zu entwickeln und zu erproben“, erklärt Sebastian Schmidhuber, Leiter Entwicklung der Reaktionstechnik bei KraussMaffei.
Der neue Shuttle-Formenträger ist Teil einer Komplettanlage, die über je eine separate Kabine und einen Roboter für das LFI- und das SCS-Sprühverfahren verfügt. Insgesamt fünf verschiedene Mischköpfe stehen für die unterschiedliche Versuche und Anwendungen bereit. Ein spezieller Shuttle-Fahrwagen dient zum schnellen Transport des Unterwerkzeugs zwischen den Bearbeitungsstationen des Unterwerkzeugs. Dadurch kann zum Beispiel der Schaumeintrag in das Unterwerkzeug außerhalb der Schließeinheit erfolgen. Als weiteres Feature bietet dieses Konzept die Schwenkbewegung der oberen und unteren Werkzeugaufspannplatte. „Damit bieten wir unseren Kunden die nötige Flexibilität und können schnell auf die jeweilige Anwendung umrüsten. Und das entlang der gesamten Prozesskette“, ergänzt Schmidhuber.

LFI steht für Long Fiber Injection. Das Verfahren erlaubt ein breites Anwendungsspektrum. Vom leichten Verkleidungsteil im PKW-Innenraum bis zum großen Strukturbauteil mit Class-A-Sichtoberfläche ist alles in der Serie realisierbar. Da es sich um ein PUR-Verfahren mit Werkzeuginnendrücken < 10 bar handelt, kann mit LFI in einem Schuss auch ein hochfestes Sandwichelement mit einer Wabenstruktur als Kernschicht gefertigt werden.
Beim Structural Component Spraying (SCS) handelt es sich um eine Weiterentwicklung der LFI-Wabentechnik. SCS reduziert weiter die Dicke und das Gewicht der Deckschichten, mit dem Ziel den Leichtbau weiter zu optimieren. Beim SCS werden Lagenaufbauten aus Fasermatten und Wabenkernen mit unverstärktem PUR besprüht, in ein Werkzeug eingebracht und verpresst.


Weltweit einmaliges Leichtbau-Technikum

Das KraussMaffei Technikum in München ist in seiner Art weltweit führend. Auf mehr als 4.000 m² stehen mehr als 25 Anlagen der Spritzgieß-, Reaktions- und Extrusionstechnik für interne Versuche und Kunden bereit, ihre Prozesse in der Praxis zu optimieren oder Prototypenbauteile zu testen. Insbesondere im Bereich des faserverstärkten Leichtbaus treibt KraussMaffei die Entwicklung federführend voran. Dazu zählen seitens der Reaktionstechnik beispielsweise die unterschiedlichen RTM-Verfahren, die Pultrusion oder das LFI-Verfahren sowie das thermoplastische FiberForm-Verfahren seitens der Spritzgießtechnik.



Flexibel einsetzbar für großflächige Sichtbauteile oder neue Sprühverfahren: Der neue Shuttle-Formenträger im KraussMaffei Leichtbau-Technikum in München für LFI- und SCS-Anwendungen - Foto: KraussMaffei



Hintergrund:
Die Produktmarke KraussMaffei steht international für wegweisende und technologieübergreifende System- und Verfahrenslösungen in der Spritzgieß- und Reaktionstechnik sowie der Automation. Individuelle, modulare oder standardisierte Produkte und ein maßgeschneidertes, breites Serviceangebot zeichnen KraussMaffei als branchenübergreifenden Komplettanbieter aus. KraussMaffei bündelt ein jahrzehntelanges Know-how im Kunststoffmaschinenbau mit Ursprung am Standort München.

Die KraussMaffei Gruppe gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Maschinen und Anlagen für die Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi. Das Leistungsspektrum deckt die komplette Technologie in der Spritzgieß-, Extrusions- und Reaktionstechnik ab, wodurch die KraussMaffei Gruppe in der Branche über ein Alleinstellungsmerkmal verfügt. Mit einer hohen Innovationskraft kann für Kunden mit standardisierten und individuellen Produkt-, Verfahrens- und Servicelösungen ein nachhaltiger Mehrwert über deren gesamte Wertschöpfungskette sichergestellt werden. Mit dem Leistungsangebot der Marken KraussMaffei, KraussMaffei Berstorff und Netstal werden unter anderem Kunden aus der Automobil-, Verpackungs-, Medizin- und Bauindustrie sowie Hersteller von Elektrik- und Elektronikprodukten und Haushaltsgeräten bedient. Die KraussMaffei Gruppe verfügt über eine kontinuierliche Traditionslinie im internationalen Maschinenbau und beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter. Mit mehr als 30 Tochtergesellschaften und über 10 Produktionsstätten sowie rund 570 Handels- und Servicepartnern ist die Unternehmensgruppe international kundennah vertreten. Der Hauptsitz ist seit 1838 in München.


Kontakt:
www.kraussmaffei.com
www.kraussmaffeigroup.com

 




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