K -News vom 23.07.2020

30 Jahre Entwicklungen an Spritzgießmaschinen


Vier Ingenieure der Kunststofftechnik haben 1990 die Chance genutzt und die Firma CKT Kunststoffverarbeitungstechnik GmbH Chemnitz gegründet und aufgebaut. Die Basis und Geschäftsidee bringen sie aus ihrer früheren Tätigkeit als Entwicklungsingenieure im Forschungszentrum für Umform- und Plastverarbeitungstechnik (FZUP) mit, bei der sie u. a. an der Entwicklung von Plastifiziereinrichtungen für Spritzgießmaschinen arbeiteten. So wird in den ersten Jahren der CKT beispielsweise das im FZUP entwickelte Computerprogramm SCREW zur Simulation des Plastifiziervorgangs von Einschneckensystemen überarbeitet.

Das erste Projekt „Direktverarbeitung von Recyclaten (Mahlgütern) auf Spritzgießmaschinen“ ist heute genauso aktuell wie damals. Die Ergebnisse, das Schneckenkonzept BALANCE, der Einzug CONTACT sowie AKZENT, das prozessadaptive Umschaltverfahren von Spritz- auf Nachdruck, stellt CKT auf der Recycla 1994 in Stuttgart vor.

Um die Nachteile der Doppelfunktion des Schneckenkolbens – Plastifizieren und Einspritzen – zu beseitigen, entwickeln die Mittweidaer das Schneckenkonzept FAZIT (Kolben in Schnecke). Bei kontinuierlicher, schonender Plastifizierung wird die Schmelze aufbereitet, parallel spritzt ein im Inneren der Schnecke liegender Einspritzkolben die Schmelze in das Werkzeug. In Zusammenarbeit mit der Sächsische Kunststofftechnik Freital (SKT) entsteht das Schneckenkonzept DUETT, bestehend aus zwei Schnecken in einer Achse, d. h. eine Schnecke ist im Inneren der äußeren Schnecke angeordnet. Es können zum Beispiel Originalmaterial und Recyclingkunststoff getrennt voneinander in einer Plastifiziereinheit aufgeschmolzen und hintereinander in das Werkzeug gespritzt werden.

Später haben sich die CKT-Ingenieure mit dem Mikrospritzgießen auseinandergesetzt. Die Scheibenplastifizierung wird weiterentwickelt und in Kombination mit der Kolbeneinspritzung in der Kleinteile-Spritzgießmaschine MW injection 50 eingesetzt. Der Fachöffentlichkeit präsentiert wird sie erstmals auf der Fakuma 2009.

Neue Wege schlägt CKT auch beim Einspritzen von kleinen Mengen Schmelze in das Werkzeug ein. Zur Serienreife entwickelt wird der Gedanke, einige Funktionen des Werkzeuges in die Spritzgießmaschine zu verlagern. So wird die MW  injection 50-4 mit einem Drehteller und vier Stationen ausgerüstet. Das Werkzeug besteht nur noch aus den formgebenden Platten. Das Aufheizen des Werkzeuges, das Einspritzen der Schmelze, das Abkühlen und das Auswerfen des Formteils findet parallel in den Stationen der Maschine statt. Damit wird die variotherme Temperaturführung umgesetzt.

30 Jahre lang hat das Unternehmen mit Baugruppen und Maschinen die Fertigung von Kunststoffteilen im Spritzgießverfahren vorangebracht. Seit Gründung des Schwesterunternehmens Ökoplast GmbH im Jahr 1995 können die Ingenieure ihre Entwicklungen selbst unter Produktionsbedingungen testen. Durch die Kombination – Entwicklung bei CKT und Kunststoffverarbeitung bei Ökoplast – sind die beiden Firmen immer mehr zusammengewachsen. So ist es nur folgerichtig, die CKT GmbH jetzt zu schließen und alle Aktivitäten bei der Ökoplast GmbH zu bündeln. Mit ihrem Dank an Geschäfts-, Projekt- und Netzwerkpartner, Lieferanten und Wegbegleiter verbinden die Kunststoffingenieure aus Mittweida den Wunsch, die gute Zusammenarbeit auch unter den neuen Vorzeichen in bewährter Art und Weise fortzusetzen.


Hauptgebäude der Unternehmen CKT Kunststoffverarbeitungstechnik GmbH und Ökoplast GmbH
Foto: Fotoforma Maria Sonntag, Freiberg


Kontakt:
Ökoplast GmbH
Dipl.-Ing. F. Seidel
Telefon: 03727 969578
info@oekoplast.de

 




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