K -News vom 25.04.2012

Mehr Kompostierung für mehr Klimaschutz


Der Einsatz von Bioabfallbeuteln kann den Anteil an separat gesammeltem Bioabfall erhöhen. Ein Beispiel sind Bioabfallbeutel aus dem kompostierbaren BASF-Kunststoff Ecovio, die unter anderem in zwei deutschen Kompostier-Pilotprojekten getestet wurden. Im Bad Dürkheimer Pilotprojekt Mitte 2011 haben die Projektpartner 65.000 Haushalte mit einbezogen und den Kompost von einem unabhängigen Institut prüfen lassen: Hohe Kompostqualität und positive Bürgermeinung führten dazu, dass diese Tüten im Landkreis Bad Dürkheim nun flächendeckend für die Bioabfallsammlung zugelassen sind. Im zweiten Pilotprojekt, das die BASF zusammen mit der Berliner Stadtreinigung Ende 2011 durchgeführt hat, stieg die Menge an getrennt gesammeltem Bioabfall um mindestens 10 Prozent.  Um auch auf globaler Ebene Kenntnisse über den Bedarf an hygienischer Sammlung von Bioabfall zu gewinnen, hat das Unternehmen darüber hinaus in Kanada und in Australien Projekte mit lokalen Kompostieranlagenbetreibern angestoßen. In beiden Fällen konnten die Komposteure die vollständige Zersetzung der Tüten aus Ecovio in ihren Anlagen bestätigen.


Kompostierung statt Deponie

Verschiedene aktuelle wissenschaftliche Studien schätzen, dass in Europa heute nur 30 Prozent aller Bioabfälle getrennt entsorgt werden. Viele Länder deponieren einen großen Anteil noch gemeinsam mit dem Restmüll. Bei der Entsorgung auf Mülldeponien entsteht Methan, das im Vergleich zu CO2 ein rund zwanzigfach höheres Treibhausgaspotenzial hat. Stabile und gleichzeitig bioabbaubare Tüten machen die getrennte Sammlung von Bioabfall einfacher und hygienischer. Auf diese Weise tragen sie zum Klimaschutz bei, da bei der Kompostierung des Bioabfalls CO2 statt Methan erzeugt wird. Würde der Bioabfall in ganz Europa separat gesammelt und kompostiert, so könnten die Treibhausgasemissionen aus der Abfallentsorgung um 30 Prozent gesenkt werden.


Junge Materialgattung: Bioabbaubare  Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe


„Wir stehen hier am Anfang einer noch jungen Materialklasse, die zahlreiche Möglichkeiten für umweltfreundliche Lösungen bietet. Natürlich gibt es bei neuen Technologien oft auch Bedenken über mögliche negative Auswirkungen. Dieser Diskussion über Chancen und Risiken stellen wir uns gerne und sind fest davon überzeugt, dass wir am Ende eines Dialoges gute Lösungen für alle Beteiligten und auch für unsere Umwelt finden“, sagt Wolfgang Hapke, Leiter des Unternehmensbereichs Performance Polymers der BASF.

Bei den bioabbaubaren Kunststoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe handelt es sich um ein Arbeitsgebiet, das im Gegensatz zu den klassischen Kunststoffen nicht auf über sechzig, sondern erst auf sechs Jahre Entwicklung und Markterfahrung zurückblicken kann. Die BASF sammelt mit ihren Pilotprojekten und Untersuchungen zur Bioabfallsammlung und Kompostierung mit bioabbaubaren Tüten zurzeit zahlreiche Erfahrungen. Unabhängige Untersuchungen haben jedoch bereits bestätigt, dass sich nicht nur die eigentlichen Bioabfalltüten sondern auch die stabileren bioabbaubaren Einkaufstüten nach dem – möglichst mehrfachen – Gebrauch am Ende als Biomülltüten eignen: Sie sollten sich in vielen Kompostieranlagen nach den dort herrschenden Bedingungen kompostieren lassen.

„Deutschland ist bezüglich Abfalltrennung und –verwertung im internationalen Vergleich sehr weit“, sagt Jens Hamprecht, im globalen Strategie- und Innovationsmanagement für bioabbaubare Kunststoffe der BASF tätig. „Trotzdem ist bis zum Inkrafttreten des novellierten Kreislaufwirtschaftsgesetzes, wonach ab 2015 in Deutschland flächendeckend Bioabfall getrennt  werden soll, noch viel zu tun. Noch sind nicht alle Bürger vom Nutzen der industriellen Kompostierung von Bioabfall überzeugt und auch hygienische Entsorgungsmöglichkeiten stehen noch nicht überall zur Verfügung“. Die BASF ist sich sicher, dass im engen Dialog mit den Beteiligten Lösungen gefunden werden, um die Mengen in der Bioabfallsammlung zu erhöhen und den Bürgern die Bioabfallsammlung zu erleichtern. Das Unternehmen ist an einer Zusammenarbeit mit der Entsorgungswirtschaft bei weiteren Projekten interessiert. 

 
Der Kunststoff – Neuartige Kombination von Eigenschaften

Die BASF bietet seit 2006 den nach der DIN  Norm EN 13432 für bioabbaubare Verpackungen vollständig kompostierbaren Kunststoff Ecovio® an. Der Kunststoffhersteller arbeitet mit seinen Kunden, den Folienherstellern, den Endkunden ebenso wie mit zahlreichen Entsorgungsunternehmen wie Komposteuren bereits seit Jahren eng zusammen, um die Eigenschaften von Ecovio zu optimieren und zu prüfen. Als Ergebnis dieser Kooperationen und Forschungsarbeiten kann BASF mit Ecovio einen Kunststoff anbieten, der nach den geltenden internationalen Normen vollständig kompostierbar ist, gleichzeitig einen hohen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen aufweist und trotzdem ausreichend stabil für die Herstellung reißfester und wasserfester Folien und Tüten ist.

Darüber hinaus arbeitet die BASF in ihren Forschungslabors daran, den erneuerbaren Anteil des Materials stetig zu erhöhen und gleichzeitig die Kompostierbarkeit noch weiter zu beschleunigen. Das neuste Produkt für Folien- und Taschenherstellung, Ecovio FS Film, weist einen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen von über 50 Prozent auf.



Bioabfallbeutel aus dem kompostierbaren BASF-Kunststoff Ecovio®
wurden in zwei deutschen, einem kanadischen und einem australischen
Kompostier-Pilotprojekt getestet. In allen Fällen konnten die Komposteure
den vollständigen Abbau der Tüten aus Ecovio in ihren Anlagen bestätigen.
Würde der Bioabfall in ganz Europa separat gesammelt und kompostiert,
so könnten die Treibhausgasemissionen aus der Abfallentsorgung um
30 Prozent gesenkt werden. - Foto: BASF


 
Kontakt: www.ecovio.de

 




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