K -News vom 06.02.2009

Fernholz setzt auf „Kanbanisierung“ in der Fertigung von Joghurtbechern


Mit einer Becherproduktion von rund 1. Mrd. Einheiten pro Jahr zählt Fernholz in Meinerzhagen zu den ganz großen Partnern der Molkereiwirtschaft. Die Anzahl der Varietäten, das Volumen und die Schwankungen des Abrufverhaltens der Milchwirtschaft stellen Fernholz immer wieder vor große Herausforderungen. Fernholz beauftragte daher Munschek Process Consulting in Wenden mit der Optimierung des Wertstroms und der kompletten Überarbeitung der Produktion. Durch Aufdeckung von Kostensenkungspotentialen und Synchronisierung von Produktion und Kundenabrufen durch das Kanban-Prinzip verbesserten die Meinerzhagener deutlich ihre Flexibilität, Lager- und Kostenstruktur – und damit ihre Wertschöpfung.

Die Aufgabe für Munschek war die materialflussgerechte Zuordnung der Funktionsbereiche, die bei gleichen Prozessmitteln bis zu 30 % geringer Wege – „Milkruns“ bei Fernholz ergab. Die Becherproduktion bei Fernholz ist ein mehrstufiger Produktionsprozess bei der verschiedene Verfahren (Folienproduktion / Tiefziehen / Spritzgießen / Dekorieren) vernetzt zum Einsatz kommen. Zentrale Aufgaben waren es, die Losgrößen und die Halbfertig- bzw. Endproduktelager mittels Wertstromanalyse zu optimieren. Die Kanbanisierung bietet den großen Vorteil, dass eine Massenproduktion sich selbst steuert durch das Kundenabrufverhalten. Konkret bestimmt nun die Nachfrage nach Bechern der Kunden, das Angebot der Becherproduktion bei Fernholz. Ein durchgehender Informationsfluss vom Ende der Produktionskette bis zum Rohstoff garantiert eine hohe Effizienz und Transparenz der Teileströme.

Im Ergebnis wurde durch die Kanbanisierung eine ausgeglichene Produktion mit weniger Rüstvorgängen, bei 39 % geringeren Beständen realisiert. Die positive Differenz der Kapitalbindung liegt jetzt bei mehreren hunderttausend Euro. Auch die Durchlaufzeiten wurden um 45 % eingekürzt.

Uwe Fernholz, Mitinhaber von W.u.H. Fernholz, kommentiert die nun abgeschlossene Umstellung der Produktion: „Unsere Reaktionsfähigkeit nahm deutlich zu. Insgesamt wirkt die Produktion spürbar besser eingestellt und synchronisiert mit den Kundenabrufen. Die Ermittlung unserer „schlummernden Potentiale“ hat sich sehr gelohnt. Die Produktion ist bei uns wichtigstes Schwungrad der Wertschöpfung.“  



Frische garantiert – Fernholz-Becher für die Molkereiindustrie



Hoher Durchsatz bei Fernholz: Thermoform-Anlage für die Becherproduktion



Hintergrund:
Fernholz steht seit 1963 für eine Vielzahl von Verpackungslösungen aus thermoplastischen Kunststoffen.
Im Mehrschichtsystem werden sowohl individuelle Sonderartikel als auch Großserien für Kunden aus verschiedensten Industriebereichen gefertigt. Die Vielseitigkeit der Produktions- und Dekorationsverfahren (Spritzgießen, Streckblasen, Thermoformung, Extrusion, IML, Druck und Etikettierung) eröffnet den Kunden die Möglichkeit, ein breites Sortiment abrufen zu können, um somit die eigene Logistik und Lagerhaltung zu optimieren.
Schwerpunkte der Kunststoffbehälterfertigung bei Fernholz bilden die Bereiche Molkereibecher, Kosmetikflaschen, Feinkost, Gartenbau und Platten/Folien.


Kontakt:
W.u.H. Fernholz GmbH & Co. KG
Gewerbegebiet Ihne 2
D- 58540 Meinerzhagen
info@fernholz-verpackungen.de

 




K 2016
© kunststoffFORUM 1998 - 2016