K -News vom 30.01.2009

Höhere Flexibilität in der Verarbeitung von Elastomeren für 2K-Dichtungen


Mehr Flexibilität in der Überspritzung von Dichtungen zu hohen Temperaturen verspricht eine neue Entwicklung von Billion für das Überspritzen von unterschiedlichen Elastomeren auf TP. Eine V-Konfiguration der beiden Spritzaggregate einer Spritzgießmaschine ist besonders dafür geeignet. Durch den Austausch des Spritzaggregats (Schnecke-Zylinder-Einheit) können nun wahlweise 2K-Anwendungen in LSR, wie Gummi, wie auch „normale“ Thermoplasten verarbeitet werden. Der universelle Ansatz bedeutet deutlich mehr Flexibilität als bislang. Der Verarbeiter kann die unterschiedlichen Verfahren nun aus einer Hand bekommen – und alle Verfahren mit der gleichen Fertigungszelle bedienen. Die bewährte Dixit-Steuerung bildet diese Prozesse übersichtlich ab.

Kernpunkt der Präsentation auf der KMO 2009 wird eine vollelektrische 2K-Spritzgießmaschine Select 150T (1.500 kN) sein, ausgestattet mit einem Drehtisch von Grosfilley und einer Automation von Sepro/Stäubli. Das eigentliche Drehwerkzeug – mit zwei Kavitäten – arbeitet in drei Arbeitsschritten und kommt vom Werkzeugbauer Sté Massacrier: 1. Abspritzen des Grundkörpers in PA 6.6. 30GF, 2. Anspritzung der Gummi- oder LSR-Dichtlippe, 3. Entnahme der beiden Teile (das Werkzeug bleibt dabei geschlossen) und Absetzen auf dem Förderband. Der Clou ist natürlich die Anwendung: Ein PA 6.6 30GF Lüftungsteil, das wahlweise mit einer LSR- oder Gummi-Anspritzung als Dichtung versehen werden kann. Die Abmessungen des Lüftungsteils betragen 72 mm (Länge) und 60,5 mm (Breite) mit einem Gewicht von 8 Gramm (Dichtung inklusive). Die Dosiereinheit für das LSR liefert Dopag aus Cham (CH).


Praxistauglich – Schnelle Umrüstung

Bei der Select-Baureihe, sind beide Spritzaggregate voneinander unabhängig drehbar für die Demontage. Die Umrüstung der Plastifiziereinheit für die unterschiedlichen Verfahren wird dadurch erleichtert und benötigt wenig Zeit. Ziel der Messepräsentation ist es, die Prozessfähigkeit und Flexibilität dieser universellen Lösung zu demonstrieren.


Mit den Anforderungen wachsen

Hochwertige 2K-Überspritzungsanwendungen erfordern heute zunehmend hohe Anforderungen: 1. In punkto Dichtigkeit (gegenüber Luft oder Wasser) und 2. in punkto Temperatur- und Medienbeständigkeit. War es bislang üblich für Verarbeiter für unterschiedliche Materialien oder Verfahren andere, speziell adaptierte Fertigungszellen zu betreiben. Heute werden Standardlösungen erwartet. So kann der Verarbeiter flexibel auf Auftragslage oder auf Neuaufträge reagieren. Mit der Erfahrung in der Mehrkomponententechnik setzt Billion diesen möglichen Mehrwert um: In einer Fertigungszelle können nun verschiedene Materialkombinationen verfahrenstechnisch verarbeitet werden. Anwendungen dieses Schemas finden wir zunehmend im Lüftungsbereich und unter der Motorhaube von Automobilen, aber auch bei Haushaltsgeräten, sowie Kleingeräte wie Lüftern und Föns.


Ausgereiftes Konzept

Das neue Konzept erforderte natürlich im Vorfeld entsprechende Versuche bei Billion. Für diese kombinierte Aufgabenstellung ergab sich ein Vorteil einer Anordnung der Aggregate in V-Stellung: Der geringerer Platzbedarf war ideal. Die obere und untere Zylindereinheit sind voneinander abgeschottet. So kann sichergestellt werden, dass die untere Hauptkomponente nicht den oberen Schneckenraum kontaminiert. Der Tausch der Plastifiziereinheit entspricht den üblichen Standardroutinen und Wechselzeiten. Die Darstellung und Kontrolle der alternativen Verfahren bildet die bewährte Dixit-Steuerung transparent ab. Sté Massacrier legte bei der Werkzeugentwicklung besonderen Wert darauf, dass das unterschiedliche Fließverhalten der Materialen optimal prozessual beherrschbar bleibt. Je nach Material, und je nach Zone im Werkzeug, arbeitet das Werkzeug flexibel mit Arbeitstemperaturen von 80° C / 120° C / 200°C. So können nach Auskunft des deutschen Geschäftsführers Jörg Wittgrebe folgende Kombinationen verarbeitet werden: TP/Gummi, TP/LSR und selbst Duroplaste (BMC)/Gummi.


Fazit: Flexibilität pur

Durch schnellen Wechsel der Plastifiziereinheit wird der Gummiverarbeiter zum LSR-Spezialisten, und umgekehrt. Der Verarbeiter kann somit deutlich flexibler und schneller auf Auftragslage und Veränderungen des Marktes reagieren. Mit dieser ebenso innovativen, wie praxistauglichen und wirtschaftlichen Lösung präsentiert sich Billion einmal mehr als Vordenker in Sachen Mehrkomponententechnik.



Universelle Mehrkomponententechnik: Fertigungszelle Select 150T für eine verfahrenstechnisch
kombinierte 2K-Anwendung



Gummi-Lüftungsteil in 2K-Technik



Jörg Wittgrebe: „Mehr Flexibilität für den Verarbeiter: Durch den Austausch des Spritzaggregats
(Schnecke-Zylinder-Einheit) können nun wahlweise 2K-Anwendungen in LSR, wie Gummi, wie
auch „normale“ Thermoplasten verarbeitet werden.“



Flexibel im Einsatz: Schneckenzylinder
für die Gummiverarbeitung von Billion



Hintergrund:
Das Kerngeschäft von Billion sind Maschinen, Systeme und Anlagen für die Spritzgießtechnik mit 400 bis 25.000 kN Schließkraft.
Die Spritzgießmaschinen wurden auf eine umfassende Abdeckung von branchenspezifischen oder anwendungsspezifischen Bedürfnissen hin entwickelt. Die Baureihen heißen:
Proxima (400 – 1.000 kN)
Hercule (800 – 3.200 kN)
GM (4.300 – 10.000 kN)
Select (750 – 2.000 kN)
Vulcan (13.000 – 25.000 kN).
Das Unternehmen bietet Verarbeitern kostengünstige Standardlösungen bis hin zu Maschinen für Sonderverfahren wie Mehrkomponententechnik, IML, Fluidtechnik (GIT/WIT/PIT/CIT), Duroplaste, BMC, LSR oder LFT. Hauptschwerpunkt bildet die Mehrkomponententechnik, mit einem Anteil am Umsatz von rund 30%. Alle Verfahren werden im Technikum in Bellignat abgebildet. Branchenseitig engagiert sich Billion in allen technologisch interessanten und anspruchsvollen Anwendungsfeldern, wie Automotive, Elektronik, Pharma, Verpackung oder Medizin.
Die Produkte zielen auf eine verbesserte Wertschöpfung durch Kostenreduzierung und die Gewährleistung hoher Qualitätsstandards in der Produktion ab. Billion setzt dabei auf hohe Beratungs- und Produktqualität zur Deckung von Kundenbedürfnissen: Präzision, Langlebigkeit, Innovation Serviceorientierung und anwendungstechnische Kompetenz.
Billion ist seit über 50 Jahren im Herzen Europas in Bellignat (Frankreich) angesiedelt - inmitten des französisch- schweizerischen Plastic Valley von Oyonnax. Seid 2006 wird das Unternehmen von Korbinian Kiesl unternehmerisch geführt. Weltweit sind ca. 12.000 Maschinen der Marke Billion installiert.
Rund 180 Mitarbeiter beschäftigen sich mit Entwicklung, Beratung, Projektierung und Absatzvorbereitung am Stammsitz Bellignat (Frankreich). Billion konzentriert sich konsequent auf Absatzmärkte in Europa. Billion ist in Frankreich und Nord-Afrika die Nr. 1 und folgt französischen Verarbeitern bei ihrer Expansion nach Osteuropa, dem Nahen Osten oder in Afrika. Neue Märkte für Billion sind aktuell Kanada, Amerika, Mexiko und die Türkei.
Die Unternehmensphilosophie ist geprägt durch Kundennähe: Es werden vier Niederlassungen in Deutschland, UK, Italien und Polen zur Sicherstellung von Vertriebs- und Serviceaufgaben unterhalten.
Das Umsatzvolumen der Billion-Gruppe betrug 2007 rund 32,6 Mio. Euro bei einer Exportquote von 50 %.


Kontakte:

Hauptsitz:
Billion S.A.S.
1, avenue Victor Hugo
F-01100 Bellignat
France
contact@billion.fr
www.billion.fr

Billion Deutschland:
Billion Kunststofftechnik GmbH
Carl-Zeiss-Straße 18A
D-77656 Offenburg
Deutschland
sales@billion-kunststofftechnik.de
www.billion-kunststofftechnik.de

 




K 2016
© kunststoffFORUM 1998 - 2016