PET-Weiterverarbeitung

PET-Weiterverarbeitung

Beitragvon beneler » 29.08.2012, 17:46

Hallo zusammen!

Brauche eure HIlfe. Bin zur Zeit in Ausbildung zum Maschinenzeichner. Mit Kunststoffen kenn ich mich leider nur schlecht aus...

Daher meine Frage: Kann man aus PET einen hochwertigeren Kunststoff herstellen z.b: POM??? Gedacht wäre, aus gebrauchten Flaschen Granulat herzustellen und dieses zu einem hochwertigeren Kunststoff weiterzuverarbeiten.

Ich bin euch für jede noch so kurze Antwort sehr dankbar!

Gruss

Beneler
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Re: PET-Weiterverarbeitung

Beitragvon petersj » 10.09.2012, 12:43

Du wirst lachen - Aber PET ist doch ein hochwertiger Kunststoff. Er ist nur recht preisgünstig. Und er läßt sich sehr gut wiederverwerten. Die Wiederverwertung ist nur leider recht aufwändig und in Asien sind die Arbeitskräfte für die Sortierung sehr billig. Schließlich muß genauestens jedes Fremdmaterial aus dem PET-Meer entfernt werden. Erst dann kann daraus wieder hochwertige Ware werden. Und daraus werden dann Stoffe für Kleidungsstücke produziert, die mit Sicherheit schon jeder getragen hat. Wenn der Kunststoff sortenrein aufbereitet ist, kann er wieder eingeschmolzen und granuliert werden. Ein gängiges Verfahren. Man wird PET nur dann nicht wieder als Getränkeflasche verwenden, da die Gefahr zu groß ist, dass der Kunststoff mit irgend etwas ungesundem verunreinigt wurde. Das betrifft übrigens alle Kunststoffe, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen: Keine Wiederverwendung mit foodcontact. Auch PET wird z.B. unter Einsatz mit Glasfasern zu sehr hochwertigen Gehäusen für stark belastete Geräte hergestellt.

Umwandeln - mit wenig Aufwand - in ein anderes Polymer ist weder bei PET noch bei den anderen Polymeren möglich. Dazu müßte es erst wieder unter hohem Druck verflüssigt, gecrackt und dann die entstehenden Produkte neu Polymerisiert werden. Der Aufwand ist viel zu hoch bzw. beschränkt sich in ferner Zukunft vieleicht mal auf die Endverwendung des Kunststoffes. Ein Kunststoff besteht aus Makromolekylen mit etlichen Verzweigungen, Vernetzungen und Anhängen. Das kann nicht so einfach wieder abgespalten und umgeformt werden. Angestrebt wird auf jeden Fall die Wiederverwendung jeden Kunststoffes. Nur irgend wann ist Schluß: Die Molekülketten leiden unter der ständigen Scherung auf den Maschinen und dem immer wiederkehrenden Wärmeeinfluß. Dann ist momentan eine thermische Verwertung (Verbrennung) die energetisch fast sinnvollste Endanwendung. Denn der größte Teil eines Kunststoffklumpens ist Kohlenstoff. Kraftwerke lieben solch hochenergetischen Abfall.
petersj
 
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