Suche nach in Wärme härtendem Kunststoff für das BP-Ölleck

Suche nach in Wärme härtendem Kunststoff für das BP-Ölleck

Beitragvon AntonJoseph » 03.06.2010, 22:05

Ich habe eine etwas exotische, aber ingenieurstechnisch recht interessante Frage. Wie der eine oder andere vielleicht gehört habt, kann man bei BP bzw. US-Regierungsstellen Vorschläge für die Stopfung des Öllecks im Golf von Mexiko einreichen. Aus Interesse habe ich mit dieser Frage beschäftigt und habe eine zumindest auf den ersten Blick brauchbare Idee entwickelt, für die ich etwas weiter ausholen muss: Auf dem Bohrloch sitzt eine etwa 10 m hohe Stahlkonstruktion, der Blow Out Preventer (BOP). Dieser hat im Inneren ein Langloch (vereinfacht, es gibt noch ein paar Details, siehe Bild) mit ca. 40-50 cm Durchmesser. Dieses ist unten mit dem Rohr im Meeresboden (zu den Ölkavernen) verbunden und oben mittlerweile offen (weil das weiterführende Rohr in den letzten Tagen abgesägt wurde). Über die Länge des BOP befinden sich mehrere Notmechanismen (Shear Rams), die bei dem Unfall das Loch hätten blockieren sollen - dies ist aber nur unvollständig gelungen, so dass eine kleine Lücke blieb (wohl wenige Quadratzentimeter), durch die jetzt das Öl strömt.

Nun die Idee: Im untersten Teil des BOP gibt es zwei Zuleitungen mit ca. 7 cm Durchmesser (im Bild rot), durch die Material in den unteren Teil des BOP bzw das Langloch gepumpt werden kann. Dadurch wurde das Material für den fehlgeschlagenen "Top-Kill" geleitet. Die Idee wäre nun, durch diese Leitungen einen noch nicht ausgehärteten Kunststoff zu pumpen, der mit dem aufsteigenden Öl in wenigen Sekunden in die weiter oben gelegene Engstelle gelangt und sich dort ansammelt bzw sukzessive aushärtet. Dadurch könnte man evtl. diesen Spalt verschließen. Zusätzlich könnte in die Kunststoffmasse Füllmaterial (zB Kunststoffkügelchen mit 5 - 15 mm Durchmesser) gemengt werden, um die Blockierung zu beschleunigen.

Größte Schwierigkeiten: Der noch flüssige Kunststoff muss zuerst in 1500 m Tiefe gepumpt werden, bei wenigen Grad Wassertemperatur. Dann muss er bei Temperaturen um 60 bis 80 Grad (das Öl) und unter ca. 200 bar Druck (ca. Druck im Inneren des BOP) möglichst schnell aushärten. Natürlich wird der meiste Kunststoff mit dem Öl durch das Leck abtransportiert werden, aber durch das Füllmaterial könnte das vermindert werden und die Kugeln so eine Art Matrix für den Kunststoff bilden.

Da ich Techniker und kein Chemiker bin, wollte ich diese Frage hier zur Diskussion stellen. Mir ist nach etwas Recherche nur ein niedrigviskoses Zweikomponenten-Epoxidharz als Möglichkeit eingefallen. Gibt es vielleicht flüssige Kunststoffe, die oberhalb ca. 50 Grad durch Temperatur aushärten? Evtl. mit Zugabe eines Katalysators? Ich hoffe hier finden sich ein paar Interessierte. Danke für Eure Antworten. Ich bin auch für Antworten à la "Das ist ja totaler Quatsch" dankbar, aber bitte mit Begründung...

Auf dem Bild erkennt man, wo die (Kunststoff-)Zuleitungen im unteren Teil in das Hauptloch durch den BOP münden. Die Engstelle ist darüber. Die "damaged riser pipe" auf dem Bild ist am 2./3. Mai abgesägt worden.
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AntonJoseph
 
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